Bhagavad Gita - Werte
Bhagavad Gita: Werte eines erleuchteten Verstandes
Die Bhagavad Gita nimmt Bezug auf Werte, die einer guten Lebensführung zugrunde liegen und die Erkenntnis des Selbst fördern.

BHAGAVAD GITA – Werte eines erleuchteten Verstandes

In den Veden geht es um eine gute und sinnvolle Lebensführung, die zu innerlicher Ruhe und Zufriedenheit führt. So entwickelt man die Voraussetzung für das Ende der Veden, das Vedanta (veda anta). Dieser Endteil befasst sich mit sehr subtilen Themen, die im Lärm des Alltags sonst nicht befriedigend zu lösen sind. Es geht um die Erkenntnis des Selbst, um das, was dich ausmacht. Wer oder was bist du eigentlich? Bist du dieses kleine getrennte Wesen, das geboren wird und stirbt, oder gibt es da noch etwas anderes? Vedanta geht aus von der eigenen Erfahrung, daß ich existiere und daß ich bewußt bin. Und dieses existierende Bewusstsein hat keine Form, keine Farbe, man kann es nicht als Objekt wahrnehmen, aber man weiß hundertprozentig, daß es da ist. Vedanta führt dich sehr strukturiert zur Erkenntnis dessen, was dieses Bewusstsein ausmacht und wie es sich zur Welt verhält.

Bei den Werten geht es, wie gesagt, um eine diesem Wissen zuträgliche Lebensführung. Innere Konflikte werden minimiert, die Wahrnehmung wird verfeinert. Denn dieses „Ich“ ist das Subtilste vom Subtilen und braucht einen wachen und ruhigen Fokus. Die im folgenden genannten Werte dienen diesem Ziel.

Wir geben eine Übersetzung des Kommentars von Sw. Dayananda Saraswati zu den im 13. Kapitel der Bhagavad Gita genannten Werten. Er beginnt mit Bezug auf die vorausgehenden Fragen Arjuna’s und fährt mit der Beschreibung der einzelnen Werte fort.

Weiter unten sind die einzelnen Begriffe verlinkt, so daß du zu den Kommentaren dazu springen kannst. Am Ende der jeweiligen Kommentarseite ist ein Link, um zum nächsten Wert weiter zu gehen. So kannst du Sw. Dayananda’s Kommentar als durchgängigen Text lesen.

Die Werte und Eigenschaften die notwendig sind, auch Jnāna genannt

Krishna ordnet die Elemente von Arjuna’s Frage neu und beantwortet jetzt den Teil seiner dritten Frage: Was ist Jnāna? Die naheliegende Bedeutung von Jnāna ist Wissen. Aber Jnāna wird auch gebraucht für das Mittel, um Wissen zu erwerben. Dabei wird nicht nur das Pramāna (Werkzeug), sondern der gesamte Antah-karana, der Ort an dem Wissen erworben werden muß, als Jnāna bezeichnet. Wenn da einige bestimmte Charakteristika im Verstand vorhanden sind, wird eine Person qualifiziert für das Wissen, daß der Kshetrajna Ishvara ist, die Ursache der Schöpfung, Jagat-Kāranam-Brahma. Weil diese Charakteristika, die aus bestimmten Werten und Haltungen bestehen, hilfreich sind zum Erwerb dieses Wissens, werden auch sie Jnāna genannt.

Bhagavad Gita, Kapitel 13, Vers 7

अमानित्वमदम्भित्वमहिंसा क्षान्तिरार्जवम् |
आचार्योपासनं शौचं स्थैर्यमात्मविनिग्रहः || १३ ७ ||

amānitvamadambhitvam
ahiṃsā kṣāntirārjavam
ācāryopāsanaṃ śaucaṃ
sthairyamātmavinigrahaḥ

amānitvam – keine Eitelkeit, keine Angeberei
adambhitvam – keine Heuchelei
ahiṃsā- nicht verletzen
kṣāntiḥ- Raum geben (dem Gegenüber in dir)
ārjavam – Geradlinigkeit (Gedanken, Worte, Taten)
ācāryopāsanaṃ – Verehrung für den Lehrer
śaucaṃ – (innere und äußere) Sauberkeit
sthairyam – Standhaftigkeit, Ausdauer
ātmavinigrahaḥ- Selbstdisziplin, Unterscheidungsfähigkeit

amānitvam – zur Erklärungsseite
adambhitvam – zur Erklärungsseite
ahiṃsā – zur Erklärungsseite
kṣāntiḥ – zur Erklärungsseite
ārjavam – zur Erklärungsseite
ācāryopāsanaṃ – zur Erklärungsseite
śaucaṃ – zur Erklärungsseite
sthairyam – zur Erklärungsseite
ātmavinigrahaḥ- zur Erklärungsseite


Bhagavad Gita, Kapitel 13, Vers 8

इन्द्रियार्थेषु वैराग्यमनहङ्कार एव च ।
जन्ममृत्युजराव्याधिदुःखदोषानुदर्शनम् ॥ १३.८ ॥ 

indriyārthēṣu vairāgyam
anahaṅkāra ēva ca |
janmamr̥tyujarāvyādhi
duḥkhadōṣānudarśanam || 13.8 || 

indriyārthaḥ – bezüglich der Sinnesobjekte
vairāgyam – Leidenschaftslosigkeit
ēva ca – und in der Tat
anahaṅkāra – ohne Stolz, ohne Egoismus
janmamr̥tyujarāvyādhi – in Geburt, Tod, Alter und Krankheit
duḥkhadōṣānudarśanam – klar den schmerzhaften Mangel zu sehen

Übersetzung: … Leidenschaftslosigkeit bezüglich der Sinnesobjekte und tatsächlich Abwesenheit von Stolz, und klar den schmerzhaften Defekt in Geburt, Tod, Alter und Krankheit zu sehen…

ndriyārthēṣu vairāgyam – zur Erklärungsseite
anahaṅkāra ēva ca – zur Erklärungsseite
janma-mr̥tyu-jarāvyādhi duḥkha-dōṣa-anudarśanam – zur Erklärungsseite

Bhagavad Gita, Kapitel 13, Vers 9

असक्तिरनभिष्वङ्गः पुत्रदारगृहादिषु ।
नित्यं च समचित्तत्वमिष्टानिष्टोपपत्तिषु ॥ १३.९ ॥ 

asaktiranabhiṣvaṅgaḥ putradāragr̥hādiṣu |
nityaṁ ca samacittatvamiṣṭāniṣṭōpapattiṣu || 13.9 || 

asaktiḥ – kein Besitzdenken
anabhiṣvaṅgaḥ – ohne exzessive Zuneigung
putradāra-gr̥hādiṣu – bezüglich Sohn, Frau, Haus
nityaṁ ca – und immer
samacittatvam – Ausgeglichenheit des Verstandes
iṣṭāniṣṭōpapattiṣu – bezüglich dem Eintreten des Erwünschten oder Unerwünschten

… Abwesenheit von Besitzdenken, Abwesenheit von übertriebener Zuneigung (Abhängigkeit) von Sohn, Ehefrau, Haus (Besitz), und stetige Ausgeglichenheit des Verstandes, unabhängig davon, ob Erwünschtes oder Unerwünschtes eintrifft…

asaktiḥ – zur Erklärungsseite
anabhiṣvaṅgaḥ putradāra-gr̥hādiṣu – zur Erklärungsseite
nityaṁ ca samacittatvam iṣṭāniṣṭōpapattiṣu – zur Erklärungsseite