Atmavinigraha ist die Kontrolle über Körper, Verstand und Sinne.
Selbstdisziplin
Kontrolle über Körper, Verstand und Sinne.

BHAGAVAD GITA – Kap.13 Vers 7-9 – Werte (Values)

Atmavinigraha:

Atmavinigraha ist Kontrolle über den Körper-Verstand-Sinne-Komplex, damit er unterstützend für dich wird. Angenommen du möchtest, daß der Körper am Morgen aufsteht, um zu studieren, und er weigert sich. Dann mußt du den Körper-Verstand-Sinne-Komplex trainieren, damit er sich in einer Weise verhält, der für dich nützlich ist. So daß du das tust, was getan werden muß für Moksha. Kālidāsa sagt an einer Stelle: idam śarīram ādyam dharma-sādhanam – dieser Körper ist vor allem ein Mittel, um Dharma zu leben. Alles andere hängt davon ab. Aufgrund von Tamas, was ein Teil dieses Körpers ist, gibt es so etwas wie eine natürliche Faulheit. Sie zu überwinden ist ātmavinigraha. Daß Tamas sich als Zögern, Faulheit usw. ausdrückt, ist ganz natürlich. Um das zu überwinden, können wir joggen, einige āsanas machen und uns auf intelligente Weise ernähren. Wir tun, was immer nötig ist. Wenn der Körper nicht mitspielt, bringen wir ihn in eine Verfassung, die hilfreich ist. Es ist natürlich, daß wir viele Dinge tun wollen. Aber wir haben nur beschränkte Zeit zur Verfügung und etwas wirklich Dringendes zu erreichen. Wenn ich viele Beschäftigungen verfolge, mache ich keine davon wirklich gut, und ich versäume das, was ich vorhatte zu erreichen. Also mache ich besser eine Sache und diese richtig. Statt meine Energien in verschiedenen Unternehmungen zu zerstreuen, fokussiere ich sie, wie Shankara es nennt, auf den Weg des Weisen, sanmārga, und unterlasse alles übrige. Die Handlungsorgane sind alle gut diszipliniert, so daß meine Energien nicht durch unnötige Handlungen verschwendet werden, und ich meine Aufmerksamkeit dahin richten kann, wo ich sie haben möchte. Wir müssen das immer wieder tun, weil das Streben nach Moksha gegen das natürliche Bestreben von Körper, Verstand und Sinnen ist.

Atmavinigraha bringt den Körper-Verstand-Sinne-Komplex auf die Spur, die die Weisen hinterlassen haben, sanmārga, und läßt ihn ihrem Beispiel folgen. Man kann auch sagen, sanmārga ist der Weg, sadvastu zu erforschen. Wenn dein Verstand und deine Energie auf das Streben nach Wissen festgelegt sind, dann ist das sanmārga. Das verlangt natürlich Enthaltsamkeit anderen Zielen gegenüber, aber diese Enthaltsamkeit beruht nicht auf Willen allein. Wenn dem so wäre, dann wäre was du tun willst eine Sache und was du tust eine ganz andere. Du bist vielleicht überzeugt, daß sanmārga richtig für dich ist, aber deine Sehnsüchte müssen auch mit dieser Überzeugung übereinstimmen. Wenn diese Übereinstimmung fehlt, dann unterläuft der dadurch entstehende innere Konflikt dein Bestreben, das so viel innere Muße verlangt. Man muß sich selbst im Hinblick auf seine Prioritäten erziehen.

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